PETA Deutschland e. V.

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Allgemeine Informationen

Selbstbeschreibung: “Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen. … Die Organisationen wurden gegründet, um Politiker und die Öffentlichkeit über die anhaltende, weitverbreitete und nicht zu akzeptierende Tierquälerei aufzuklären sowie die Einsicht zu fördern, dass Tiere einen naturgegebenen Anspruch darauf haben, mit Respekt und Achtung behandelt zu werden. PETA handelt nach dem einfachen Prinzip, dass wir Menschen nicht das Recht haben, Tiere in irgendeiner Form auszubeuten, zu misshandeln oder zu verwerten.”1

Peta wurde 1980 in den USA gegründet. PETA Deutschland e. V. wurde 1993 gegründet. Der Verein hat neun stimmberechtigte Mitglieder.2


Personen

PETA Deutschland hat 58 Vollzeit- und 9 Teilzeit-Mitarbeiter. (Stand: Juli 2017)

Gründer und zentrale Figuren

Ingrid Newkirk, 1980 Gründung von PETA, Präsidentin von PETA international, 1. Vorsitzende von PETA Deutschland.

Alex Pacheco, 1980 Gründung von PETA.

Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland.

Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei PETA Deutschland.


Finanzierung

Nach eigenen Angaben erhält PETA keine staatliche Unterstützung und wird ausschließlich von Spenden getragen.

Einnahmen

2016/17: 7.583.971 €
2015/16: 5.782.092 €
2014/15: 4.163.027 €
2013/14: 4.172.722 €
2012/13: 3.675.392 €
2011/12: 3.555.125 €
2010/11: 2.554.465 €
2009/10: 2.085.164 €
2008/09: 1.877.472 €
2007/08: 1.573.447 €
2006/07: 1.425.669 €
2005/06: 1.336.718 €

Gehälter

Zu den Gehältern finden sich auf der Website von PETA keine Angaben.


Kritik

Einsatz von Gewalt

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern verabschiedete auf Vorschlag der SPD- und CDU-Fraktionen am 18.11.2010 einen Beschluss, in dem es heißt: “Der Landtag verurteilt alle Fälle, in denen gegen Tierschutz vorgaben verstoßen wird und Tiere unter nicht hinnehmbaren Bedingungen in Bezug auf arteigene Verhaltensweisen gehalten werden. Der Landtag wendet sich zugleich gegen jegliche Versuche, Verstöße gegen Tierschutzauflagen zu einer pauschalen Verunglimpfung eines ganzen Berufsstandes zu missbrauchen. Der Landtag verurteilt die Anschläge auf die Gebäude des Bürgermeisters in Alt Tellin.” In der Begründung heißt es: “Die Diskussion über Genehmigungen von Tierhaltungsanlagen in den letzten Monaten ist vermehrt durch Unsachlichkeit gekennzeichnet. In diesem Zusammenhang nimmt der Landtag mit Bedauern zur Kenntnis, dass Investoren, Bürgermeister und Genehmigungsbehörden zunehmend bedroht bzw. angegriffen werden. Der Landtag verurteilt zugleich jegliche Form von Gewalt in Wort, Bild, Schrift und Tat.” Im weiteren Verlauf wird PETA namentlich erwähnt.3

Governance

Der Mangel an demokratischen Strukturen wurde in einem Gerichtsverfahren festgestellt. In der Urteilsbegründung des Stuttgarter Verwaltungsgerichts vom 30.03.2017 wird darauf hingewiesen, dass die Ablehnung der Anerkennung von PETA “als mitwirkungs- und verbandsklageberechtigte Tierschutzorganisation” durch das Land Baden-Württemberg rechtens sei, weil “der Gesetzgeber des TierSchMVG und der Verordnungsgeber der DVO TierSchMVG nur solchen Organisationen die prozessualen Sonderrechte verleihen wollte, die über eine demokratische Struktur verfügten, was nur über ordentliche, zur Entscheidung über die Ausrichtung des Vereins berufene Mitglieder, nicht hingegen über Fördermitglieder gewährleistet sei.”4

Kommunikation

Der damalige niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) wird am 22.05.2017 in der Osnabrücker Zeitung zitiert mit der Feststellung: “Die Kontrolle von tierhaltenden Betrieben ist Sache des Staates und nicht von jedermann. … Da sollen Skandalbilder also gar nicht dem Stopp einzelner Missstände dienen, sondern vielmehr zur Diffamierung eines ganzes Berufsstandes und vieler Anstrengungen für mehr Tierwohl missbraucht werden.“5

In dem Artikel “Putenministerin” aus der FAZ vom 26.03.2011 berichtet Jan Grossarth über Stefan Bröckling, der zu dem Zeitpunkt für PETA gearbeitet hat, und verantwortlich war für die Filmaufnahmen im Puten-Mastbetrieb der Familie der damaligen niedersächischen Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen: “Der Ermittler Stefan Böckling wirkt nicht minder ehrlich als Grotelüschen. Er müsste das alles nicht so sagen – dass die Pute in Großaufnahme die einzige liegende, blutende im Stall gewesen sei. Er sagt aber die Wahrheit und nicht das, was seinem Interesse nützt. Er dramatisiert nicht gern, das tut er nur manchmal fürs Fernsehen. Weil er weiß, dass diese Fernsehformate so funktionieren. […] Dann öffnet er die nächste Datei auf seinem Laptop. Er zeigt einen mit Nachtsichtkamera gedrehten Film, einen Spaziergang durch den Stall. Die ungeschnittene Version. ‘Die ist so natürlich elendig langweilig, das kann man so auf keiner Pressekonferenz zeigen, da schlafen die Leute ja ein’, sagt er.”6

Carola Böse-Fischer zitiert in dem Artikel “Terror im Namen der Tiere” am 14.10.2009 in der “Hannoverschen Allgemeinen” Edmund Haferbeck, dass möglicherweise „Al Qaida für die Tiere nicht mehr zu verhindern“ sei.7

In einem Artikel der taz vom 14.08.2006 steht: “Der Moraltheologe und Ethiker Dietmar Mieth kennt diese Quasireligiosität, die sich einstellt, wenn Menschen sich in einem Kreis einschließen und nur noch gegenseitig bestätigen. ‘Das Lebenselixier ist die gemeinsame Empörung’, so Mieth. Der Tübinger Professor kennt auch die Unversöhnlichkeit, mit der sich Tierschützer und ihre Gegner gegenüberstehen. Bereits in den Achtzigerjahren hat er ein Symposium geleitet, bei dem Tierschützer mit Forschern über Tierexperimente diskutierten. Es ging so rund, dass kein Tagungsbericht erstellt werden konnte, weil beide Parteien nicht gemeinsam in einem Buch erscheinen wollten.”8

Unter dem Titel “Der Holocaust auf Ihrem Teller” startete PETA im März 2004 eine Kampagne, um gegen Haltung und Nutzung von Tieren zu protestieren.9 Der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, bezeichnete die Kampagne als „absolut ungeheuerlich“ und als „Beleidigung aller Opfer des Holocaust“.10

Glaubwürdigkeit

Der Musiker Bela B sagte 2009 in einem Interview mit attac zu PETA: „Und bei Peta war das aber dann so, dass ich das dann extrem seltsam finde, wenn sich da Leute extrem für Tierrechte einsetzen und gleichzeitig aber Sendungen moderieren, in denen dann lebende Tiere gegessen werden, das finde ich echt ziemlich seltsam. Oder wenn dann nach so einer Peta-Modenschau, wo ich noch angemacht werde, weil ich kein Vegetarier bin, danach dann erst mal alle Prominenten gemeinsam zu MacDonalds gehen, inklusive einiger hochrangiger Peta-Leute.“11

Rechtsstreitigkeiten

Edmund Haferbeck antwortet in einem Interview mit der Schweriner Volkszeitung am 13.05.2018 auf die Frage nach dem Vorwurf des Hausfriedensbruchs: “Diese Aktivisten begehen zweifelsohne Hausfriedensbruch, aber keinen Einbruch, bei dem sie beispielsweise Wertgegenstände stehlen. Stalleinbrüche, wie es Bundesregierung und Agrarindustrie formulieren, gibt es juristisch gar nicht. Da muss man unterscheiden. Und: Die dokumentierten Missstände rechtfertigen den Hausfriedensbruch. Das haben Gerichte so bestätigt, zuletzt das Oberlandesgericht Naumburg.”12

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) sagte am 22.04.2018 im Gespräch mit der Redaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung „Ob nun Wohnhaus oder Stall: Einbruch ist Einbruch!“. Außerdem stellte sie die Frage, „ob Peta und Co zu Recht als gemeinnützig eingestuft sind. Ich bin dafür, dass dieser Status bei Tierrechtsorganisationen, die in Ställe einbrechen, überprüft und im Zweifelsfall aberkannt wird.“13

Im Koalitionsvertrag der CDU-SPD-Koalition im Bund seit 2018 steht „Wir wollen Einbrüche in Tierställe als Straftatbestand effektiv ahnden.“14

PETA klagte beim Verwaltungsgericht auf “Anerkennung als mitwirkungs- und verbandsklageberechtigte Tierschutzorganisation”. Die Klage wurde am 30.03.2017 abgewiesen.15

Ein Landwirt zeigte 2013 PETA wegen Hausfriedensbruch an, weil sie nachts in seinen Stall eingedrungen waren. Das Strafverfahren wurde eingestellt.16

Nachdem das Berliner Landgerichte die Veröffentlichung der Kampagne „Der Holocaust auf Ihrem Teller“ untersagt hatte, zog PETA mit dem Anliegen vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der die Entscheidung des Berliner Gerichts am 08.11.2012 bestätigte.17

Carola Böse-Fischer resümierte am 14.10.2009 in der “Hannoverschen Allgemeinen”: “Petas Kampf vor den Gerichten ist trotzdem zumeist erfolglos und kostet hohe (Spenden-)Summen”.18

Verschiedentlich musste PETA Unterlassungserklärungen abgeben: 26.9.2008 (Landgericht Hamburg, AZ 324 O 359/08), 2.9.2009 (Landgericht Hamburg, AZ 325 O 23/09)


  1. https://www.peta.de/ueberpeta
  2. https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.verwaltungsgerichtshof-laesst-berufung-zu-peta-kann-weiter-um-klagerecht-kaempfen.5988448a-19be-4c15-bd30-966bfdf338ec.html
  3. http://www.dokumentation.landtag-mv.de/Parldok/dokument/29978/keine-gewalt-unter-dem-deckmantel-des-tierschutzes.pdf
  4. http://lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_rechtsprechung/document.py?Gericht=bw&nr=22226
  5. https://www.noz.de/deutschland-welt/wirtschaft/artikel/898679/niedersaechsische-bauern-fuerchten-aktionen-von-tierrechtsaktivisten#gallery&0&0&898679
  6. http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/FAZ/20110326/putenministerin/FD1201103263025586.html
  7. https://web.archive.org/web/20091018061518/http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Terror-im-Namen-der-Tiere
  8. http://www.taz.de/!391413/
  9. http://www.sueddeutsche.de/kultur/die-holocaust-plakate-von-peta-vegetarische-moral-1.893374
  10. http://www.taz.de/!671095/
  11. http://www.attac.de/was-ist-attac/prominente/bela-b/
  12. https://www.svz.de/deutschland-welt/panorama/organisierte-kriminalitaet-im-agrarsektor-id19831456.html
  13. https://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/1196648/otte-kinast-gemeinnuetzigkeit-von-peta-und-co-ueberpruefen
  14. https://www.tagesspiegel.de/downloads/20936562/4/koav-gesamttext-stand-070218-1145h.pdf
  15. http://lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_rechtsprechung/document.py?Gericht=bw&nr=22226
  16. https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/lk-schwaebisch-hall/tierrechtler-dringen-dreimal-nachts-in-einen-stall-ein-und-zeigen-den-landwirt-an-19365781.html
  17. http://www.bmjv.de/SharedDocs/EGMR/DE/20121108_43481-09.html
  18. https://web.archive.org/web/20091018061518/http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Terror-im-Namen-der-Tiere